Frankfurt/Oderzur Stadtgeschichte
Internetseite der Stadt Frankfurt/Oder : www.frankfurt-oder.de
21664 Bergemann,
Jacob, Arzt, * Bernau 1.5.1527, + Frankfurt/Oder
22.1.1595
oo
vor 1551
21665 Poppe,
Margarethe
43328 Bergemann,
Matthäus, * um 1480, + Bernau
nach 1527
43330 Poppe,
Johann, * Berlin 1500, Ratsmann in Frankfurt/Oder
oo
43331 Segerstein,
Margarete
Stadtgeschichte: An einer der wichtigsten
transkontinentalen West-Ost-Straßen des Mittelalters zwischen
Frankfurt/Main und Posen entstand
wahrscheinlich
1226 durch deutsche Kaufleute die Nikolaisiedlung, die durch Herzog
Heinrich
1. von Schlesien systematisch gefördert wurde. Südlich
unmittelbar anschließend kam es 1253 unter dem askanischen
Markgrafen
Johann I. von Brandenburg zur Stadterweiterung mit der Marienkirche,
bei
der auch das Rathaus erbaut wurde. Mit dem nunmehr ebenfalls
bedeutenden
Nord-Süd-Verkehr von der Ostsee nach Schlesien und Böhmen
entwickelte
sich F. zur größten Handelsstadt im nordostdeutschen Raum
mit
einer Oderbrücke und dem Niederlagsrecht. Die
beeindruckenden
Bauten der beiden zum Bistum Lebus gehörenden Stadtkirchen und des
Rathauses sprechen für den mittelalterlichen Wohlstand der Stadt.
1319 wird eine starke Befestigung mit Doppelgraben und Zwischenwall
erwähnt.
Im 13. Jh. ließen sich die Franziskaner bei der
Nikolaikirche
(heute Friedenskirche) nieder, die Karthäuser errichteten 1396
ein
Kloster außerhalb der Stadt, außerdem bestanden vier
Hospitäler.
Das aus den Kaufleuten, besonders Tuchgroßhändlern
bestehende
Patriziat beherrschte den Rat, der schon vor 1300 die Obergerichte
erwerben
konnte. Eine Münze war seit 1369 in Betrieb.
Vermutlich
schon früher, nachweisbar seit 1368, gehörte F. der Hanse an
(bis 1518). Die Jahrmärkte (seit 1355 der Margarethenmarkt
bezeugt)
entwickelten sich zu bedeutenden, 1649 von Kurfürst Friedrich
Wilhelm
privilegierten Handelsmessen.Im 14.Jh.erwarb der Rat die
Grundherrschaft
über
mehrere Dörfer. 1502 begann der Buchdruck, 1506 wurde die
Universität
(Viadrina) gegründet. Gegen Ende des 16.Jh. war der Handel
mit
Polen bedeutend.
In der Neuzeit sank F.s wirtschaftliche Bedeutung durch die Verlagerung
des Oder-Ostsee-Handels nach Stettin, die schweren Zerstörungen
und
Verluste im Dreißigjährigen Krieg, die Ableitung des
Verkehrs
durch den Oder-Spree-Kanal 1669, den Aufstieg der Leipziger Messen und
schließlich infolge der zunehmenden Konkurrenz Berlins. Die
Zusammenlegung der Universität mit
jener zu Breslau 1811 am dortigen Platz brachte
einen weiteren empfindlichen Verlust.
Die nach dem Potsdamer Edikt von 1685 eingewanderten Hugenottenfamilien
belebten
dagegen das Gewerbe.
Bald nach dem Dreißigjährigen Krieg, vermutlich 1669, wurde
F. Garnisonstadt, 1815 Sitz der preußischen Regierung für
die
Neumark und die Niederlausitz. Die Stadtbefestigung wurde
geschleift,
und anderer Stelle entstanden Parkanlagen.1830 wurden 22063 Ew.
gezählt.
Bahnlinien wurden 1842 nach Berlin, 1846 nach Breslau, 1857 nach
Küstrin,
1870 nach Posen, 1876 nach Cottbus, 1877 nach Wriezen gebaut; die
Oderdampfschiffahrt
setzte 1846 ein, doch ergab sich in der Garnison- und Beamtenstadt nur
eine schwache Industrialisierung mit einer Keramikfabrik, einer
Großdruckerei
und Fabriken für Konserven, Möbel und
Stärke.Außerdemwurden
Landmaschinen, Orgeln, Bier, Zigarren und Waffen hergestellt.
Stadtwappen: In Silber
auf grünem Berg ein golden bewehrter roter
Hahn im offenen, mit einem Wimperg gezierten Tor eines breitbedachten,
von zwei sechseckigen Türmen beseiteten roten Torhauses, auf den
Dächern
der Seitentürme je eine abgewendete widersehende goldene Taube,
auf
dem Mittelbau in einem Silberschild ein roter Adler mit Brustschild.
Schon das älteste bekannte Stadtsiegel von 1294 zeigt den Hahn
in dem mit dem brandenburgischen Adlerschild gekrönten
Stadttor.
Die gleiche Darstellung ist auf dem mit Sicherheit für 1336
nachgewiesenen großen Stadtsiegel mit der Umschrift SIGILLUM
BURGENSIUM
IN VRANKENVORDE zu sehen. Das 1380 gebrauchte älteste
Sekret,
ohne Adlerschild, hat einen linkshin gewendeten Hahn, der in den
Siegeln
ab dem 15.Jh. meistalleingezeigt wird. Der Hahn wird als Symbol
der
Wachsamkeit gedeutet. Doch vielleicht gelangte der Hahn dadurch
in
das Wappen von F., daß man eine Möglichkeit suchte, den
Namen
Frankfurt, d. h. Furt der Franken darzustellen. Der Franke
hieß
lateinisch"gallus". Da gallus auch Hahn bedeutet, war der Hahn
das
gegebene Bild für das Wappen, das somit entsprechend der
mittelalterlichen
Mentalität ein redendes wurde. (nach : Städte und Wappen der
DDR,
VEB Verlag Enzyklopädie Leipzig 1979)