Chemnitz (inkl. Rochlitz)

Chemnitz - Stadt in West-Sachsen, ca. 300.000 Einwohner (Informationen)
Rochlitz - Stadt in Westsachsen, ca. 7.700 Einwohner (Informationen)
Genealogie

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642    Schultze, Martin, * Chemnitz 10.9.1661, + Berlin 19.5.1712
          oo Berlin 8.11.1698
643    Grabow, Johanna Sophie, * Eisleben 30.10.1679, + Berlin 1.10.1739
 

1284    Schultze, Martin, * Chemnitz 28.10.1600, + Chemnitz 12.9.1678
            oo Chemnitz 18.7.1654
1285    Platner, Justina, * Chemnitz 27.12.1631, + Nürnberg (?) nach 1703
 

2568    Schultze, Michael, * um 1570, + Chemnitz 26.2.1635
            oo Chemnitz 22.10.1593
2569    Springer, Anna, * Chemnitz 16.11.1572, + Chemnitz 28.4.1639
2570    Platner, Johann, * Chemnitz 12.4.1590, + Chemnitz 26.1.1655
            oo Rochlitz 31.10.1628
2571    Kunhard, Maria Magdalena, * Rochlitz 21.7.1609, + Chemnitz 14.10.1680
 

5138    Springer, Valentin, * um 1540, + Chemnitz 19.5.1597
            oo Chemnitz 24.4.1569
5139    Hübler, Anna, * Chemnitz um 1545, + Chemnitz 3.11.1577
5140    Platner, Georg, * Chemnitz 24.11.1551, + Chemnitz 18.3.1610
            oo Chemnitz 15.7.1578
5141    Wetzel, Johanna, * Chemnitz 23.1.1560, + Chemnitz 16.3.1616
5142    Kunhard, Daniel, * Rochlitz 1587, + Rochlitz nach 1609
 

10278    Hübler, Bartholomäus Balthasar, * Chemnitz um 1510, + Chemnitz um 1590
              oo um 1540
10279    NN, Walburg, + Chemnitz 29.3.1594
10280    Platner, Georg, * um 1520, + Chemnitz 7.4.1562
              oo vor 1551
10281    NN, Margarethe, + Chemnitz 28.5.1585
10282    Wetzel, Rochus, * um 1510, + Chemnitz 20.9.1561
              oo vor 1560
10283    NN, Margareta
10284    Kunhard, Martin, * Rochlitz 1555, + Rochlitz 30.6.1612
              oo Rochlitz 1584
10285    Heine, Maria, * Rochlitz um 1560
 

20560    Platner, Bartel, + Chemnitz nach 1526
20564    Wetzel, Mats, + Chemnitz nach 1560
20568    Kunhard, Philipp, * 1503, + Rochlitz 23.12.1592
 

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Rochlitz
Stadtgeschichte: Der kleine, 995 bezeugte slawisch besiedelte Gau R. geriet als Anhängsel des großen Gaues Chutizi wohl unter König Heinrich 1. unter deutsche Herrschaft.  Reste der spätslawisch- frühdeutschen Gerichtsverfassung blieben in Gestalt der Saupen (2upane) bis ins 19.  Jh. bestehen.  Vom 46 befand sich das Gebiet in tnde des 10.Jh. bis 1046 in den Händen der meißnischen Markgrafen, fiel dann an den König zurück und wurde 1143 für dauernd dem meißnisch-sächsischen Territorium zugeordnet.  Auf der alten 1009 genannten Königsburg saß seit 11 56 eine wettinische Nebenlinie als Grafen von R. bis 1210, seitdem war der mächtige zweitürmige Bau bis zum 19.Jh. Sitz eines landesherrlichen Vogtes bzw.  Amtmannes und somit regionales Verwaltungszentrum.  Die für 1018 als sicher anzunehmende, 1168 bezeugte Petrikirche vor der Burg war Mittelpunkt einer umfangreichen Urpfarrei, sie dürfte in das 10.Jh. zurückreichen.  Die um 1150 einsetzende Kolonisation erweiterte das slawische Altsiedelland durch eine beträchtliche Anzahl deutscher Rodungsdörfer.  Wo die Straße von Altenburg an der Burg vorbeiführte, entstand wohl im 11.Jh. eine Burgsiedlung und daran anschließend in der späteren Obervorstadtmöglicherweise eine Marktsiedlung.  Gegen Ende des 11.Jh. ist um den späteren Neumark-tvorderalten Muldenfurt eine Kaufmannssiedlung entstanden, von der aus die Muldenbrücke mit der dabei gelegenen Nikolaikapelle erbaut wurde.  In der zweiten Hälfte des 12.  Jh. muß es dann zur planmäßigen Gründung der nur aus einem langgestreckten Marktplatz bestehenden Stadt gekommen sein, die mit St. Kunigunden eine eigene Stadtkirche erhielt.  Die 1316 chronikalisch erwähnte Stadtmauer wurde 1367/73 erneuert und im Norden durch eine zweite äußere Mauer verstärkt, die Stadt und Burg zur wehrtechnischen Einheit verband.  Nach der Mitte des 14.  Jh. erwarb der 1360 erstmals genannte Rat zeitweilig die Obergerichte, die er seit 1464 ständig als Pacht besaß.  Die städtische Wirtschaft wurde vo m Bierbrauen, von Handwerkern und vor allem von der Leineweberei beherrscht, die um 1380 in Konkurrenz zum Chemnitzer Bleichmonopol eine zweite Landesbleiche errichten konnte.  Auch die Tuchnacher und die den Rochlitzer Porphyr verarbeitenden Steinmetzen waren wichtig.  Der um 1500 erlangte Wohlstand äußerte sich in den damaligen Neubauten der beiden Kirchen und dem Erwerb von Grundherrschaft; der Rat besaß Lehnsleute in 26 Dörfern.  Die Lateinschule erlangte eine gewisse Bedeutung.  Das Schloß diente bis Ende des 16.  Jhd.  öfters als Residenz für Angehörige der sächsischen Fürsten.  Von 1537 bis 1547 residierte im Schloß die sächsische Herzogswitwe Elisabeth als "Herzogin von R." Der 1504 in R. geborene Johannes Mathesius erwarb sich als Pfarrer in Joachimsthal (Jachymov) Verdienste um die Reformation in Böhmen.  In der frühen Neuzeit war R. Wirtschafts- und Verwaltungszentrum eines größeren Landbezirks, Leineweberei und Tuchmacherei gingen bis zur Mitte des 19.Jh. ganz ein, lediglich eine 1769 gegründete Wollmanufaktur führte die Textilproduktion industriell weiter. 1834 wurden 3828 Ew. gezählt. 1872 kam der Anschluß an die Bahn Leipzig Chemnitz in Narsdorf, 1875 die Verbindung nach Grimma und Glauchau und 1893 jene nach Geringsweide zustande.  Die geringe Industrialisierung ließ Steingut-, Zigarren- und Schuhfabriken, eine Spinnerei und ein Werk für elektrotechnische Artikel entstehen.
Stadtwappen: In Gold eine gezinnte schwarze Mauer mit offenem Tor und hervortretendem schwarzem Mittelturm mit beknauftem rotem Spitzdach, beiderseits des Turmes über der Mauer
schwebend je ein nach außen gewendeter schwarzer Halbroch.
(aus Lexikon der Städte und Wappen der DDR, VEB Verlag Enzyklopädie Leipzig 1979)

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Stadtgeschichte: Im erzgebirgischen Königsforst stiftete Kaiser Lothar 111. wahrscheinlich 1136 beim Übergang einer nach Böhmen führenden Straße über die Chemnitz das gleichnamige Benediktinerkloster, dem 1143 das Privileg zur Einrichtung eines Fernhandelsmarktes verliehen wurde.  Das Kloster erwarb im 13.  Jh. einen großen Landbesitz, 1375die Herrschaft Rabenstein, und bewahrte seine Reichsunmittelbarkeit formal bis zur Säkularisierung.
Nahe der Fernstraße entstand wohl vor 1150 eine Kaufmannssiedlung mit Nikolaikirche.  Im Zusammenhang mit der staufischen Reichspolitik und der bäuerlichen Besiedlung des Erzgebirges unter Kaiser Friedrich 1. Barbarossa wurde Chemnitz als Reichsstadt gegründet, 1216 ist es als civitas im pleißenländischen Reichsterritorium genannt, kaiserliche Stadtvögte waren die Herren von Waldenburg.  Die Stadtherrschaft fiel 1254 vorübergehend bis 1290 und endgültig 1308 an die Markgrafen von Meißen.  Bürgermeister und Ratmannen sind 1298 bezeugt, die Stadtmauer 1264. 1423 erwarb die Stadt die Obergerichtsbarkeit.  Unruhen der Gemeinde gegen den Rat 1393 und 1414 setzten die Beteiligung von Handwerkern am Ratsregiment durch.  Die zu den großen Städten Kursachsens zählende, besonders stark befestigte Stadt stützte sich wirtschaftlich auf die Tuchmacherei und vor allem auf die Leineweberei, das landesherrliche Bleichmonopol von 1357 machte sie zum Mittelpunkt des obersächsischen Garn- und Leinwandhandels.  Ende des 15.Jh. erlangte das Leinwandgeschäft mit dem Eindringen von Leipziger und Nürnberger Kapital größere Ausmaße, es begann die Trennung von Kapital und Arbeit.  Anfang des 16.Jh. kam die Leinwandfärberei, 1532 die Barchentweberei auf.  Das Aufblühen des erzgebirgischen Bergbaus wirkte sich auch auf Chemnitz aus, wo Ulrich Schütz seit 1470 eine Saigerhütte und einen Kupferhammer betrieb und an der Cherrinitz mehrere Werke der Montanwirtschaft entstanden.  Die Stadt erlebte einen vom Frühkapitalismus getragenen Aufschwung, für den der seit 1531 hier lebende Arzt, Humanist und Bürgermeister Georgius Agricola mit seinem montanwissenschaftlichen Hauptwerk "De re metallica" ebenso kennzeichnend ist wie die damals entstandenen Bauwerke Franziskanerkloster 1481/85, Gewandhaus der Tuchmacher 1499, Neubau der Benediktinerklosterkirche 1520/25, Rathaus 1496/98.  Eine städtische Lateinschule wurde 1486 von dem Humanisten Paulus Niavis geleitet, die Reformation 1539 eingeführt, das Benediktinerkloster 1546 säkularisiert und sein Besitz in ein landesherrliches Amt umgewandelt.  Nach dem Niedergang der Montanbetriebe seit der Mitte des 16.Jh. trat die nun verlagsmäßig mit auswärtigem Kapital betriebene Barchent- und Leinwanderzeugung noch mehr hervor, frühzeitig entstand eine breite Schicht kleiner Handwerker mit proletarischen Lebensbedingungen.  Chemnitzer Textilien wurden ins Ausland und nach Übersee exportiert.  Nach dem Dreißigjährigern Krieg mit seinen schweren Zerstörungen kam die Leineweberei wieder auf und wandte neue Produktionstechniken an. 1728 folgte die Strumpfwirkerei, das Verlagswesen mit seiner Heimarbeit wurde seit 1770 von Manufakturen abgelöst (Kattundruckerei, 1775 Seidenstrumpfmanufaktur).  Als 1782 die erste Spinnmaschine aufgestellt wurde, gab es noch 540 Webermeister mit 600 Gesellen, für die Chemnitzer Handelshäuser arbeiteten 14000 Webstühle in der  Stadt und ihrer ländlichen Umgebung. 1800 begann mit der fabrikmäßigen Baumwollspinnerei die industrielle Revolution in der Stadt, die zur Zeit der Napoleonischen Kontinentalsperre eine Hochkonjunktur erlebte und mit der Einführung der Dampfmaschine 1822 und des Jacquardwebstuhis 1827 zu einer frühen und stürmischen Industrieentwicklung ansetzte, die ihr den Namen "Sächsisches Manchester" eintrug.  Die Maschinenindustrie wurde 1826 durch C. G. Heubold begründet. 1848 wurde der Lokomotivbau, 1885 die Fahrradhersteilung durch die Wanderer Werke aufgenommen, die später Motorräder, Schreibmaschinen und Automobile bauten und Chemnitz zum Zentrum der sächsischen Kraftfahrzeugindustrie machten (Auto-Union 1932).1887 gab es hier 23 Eisengießereien, 114 Maschinenfabriken, 27 Färbereien, 119 Strumpf- und Handschuhfabriken.  Die Industrialisierung veränderte das Stadtbild.  Von 1825 bis 1856 verschwanden die Stadttore, die Stadtmauer und viele alte Bürgerhäuser; Fabriken, Werkstätten, Geschäftshäuser und Mietskasernen prägten das Gesicht der Stadt die Altstadt wurde zur Großstadtcity, Eingemeindungen vergrößerten das Stadtgebiet seit 1914, die Einwohnerzahl stieg von 21137 im Jahre 1834 auf 207 000 im Jahre 1900, als Chemnitz Sitz einer Kreishauptmannschaft wurde.  Mit dem Bau der Eisenbahn nach Riese 1852 begann es zum Knotenpunkt des erzgebirgischen Eisenbahnnetzes zu werden, Verbindungen nach Zwickau 1858, Annaberg 1866, Leipzig 1872 folgten.  Das Bildungswesen entwickelte sich vorrangig nach den Bedürfnissen der industriellen Wirtschaft.  Es entstand 1830 eine Fachschule für Weberei, 1836 eine Gewerbeschule (seit 1900 Gewerbeakademie), 1848 die Öffentliche Handelslehranstalt, 1857 die Höhere Webschule, 1883 eine Wirkschule und weitere Fachschulen.  Mehrere von ihnen wurden 1928 zur Staatlichen Akademie für Technik zusammengefaßt.
Stadtwappen: Gespalten, vorn in Gold zwei blaue Pfähle, hinten in Gold ein aufgerichteter rotbewehrter schwarzer Löwe.  Das Oberwappen zeigt einen Spangenheim mit Krone, blausilbernen Heimdecken und als Helmzier zwei silberne Büffelhörner, besteckt mit je fünf silbernen Lindenzweigen mit je drei Blättern.
Der Wappenschild vereinigt in sich die beiden Herrschaftswappen der Wettiner (ähnlich wie in den Wappen der meißnischen Städte Leipzig und Dresden): vorn die Landsberger Pfähle und hinten den Meißner Löwen.  Das große Wappen geht auf ein älteres, für 1684 nachweisbares Wappen zurück, das in Anlehnung an das alte Stadtsiegel entstand.  Die Krone weist auf die ehemalige Reichsstadt Chemnitz hin, die aber von dem aus Bayern stammenden Kaiser Ludwig IV. (daher die blausilbernen Farben) 1324 an die sächsischen Fürsten verpfändet und nicht wieder eingelöst wurde.  Auf diese Besitzveränderung deuten der Löwe und die Landsberger Pfähle hin.
(aus Lexikon der Städte und Wappen der DDR, VEB Verlag Enzyklopädie Leipzig 1979)

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Alte Postkarten

I) Chemnitz

1) Stadtansichten
2) Hauptbahnhof
3) Rathaus
4) Schießteich & Schloßkirche
5) Blick vom Rathausturm

II) Rochlitz

1) Stadtansicht

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